Lärm

Im Gegensatz zu anderen Umweltproblemen wie z.B. Luftschadstoffen ist die Problematik der Lärmbelastung schwerer anhand von konkreten Zahlenwerten darzustellen. Dies liegt zum Einen an unterschiedlichen Mess- und Bewertungsverfahren. Zum Anderen nimmt jeder Mensch Geräusche bzw. Lärm anders wahr.

Die Anzahl der Menschen, die sich von Straßenverkehrslärm belästigt fühlen, wird in der Literatur mit über 60% in Deutschland angegeben. An zweiter Stelle der Belastungen steht der Fluglärm, gefolgt vom Schienenverkehrslärm. Weiter genannte Lärmquellen sind Industrie/Gewerbe, Nachbarn und Sport.

Die folgende Tabelle zeigt Beispiele für Geräuschquellen und deren Dezibel- Werte.

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Laut dem Sachverständigenrat für Umweltfragen sind 16,6% der Bevölkerung in Deutschland nachts Geräuschpegeln von mehr als 55 dB ausgesetzt. Tagsüber besteht für 15,6% eine Belastung, die 65 dB übersteigt.

Ab diesem Wert sind negative Auswirkungen auf die Gesundheit wahrscheinlich, es besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Auswirkungen auf das Hormonsystem. Nachts können Schlafstörungen auftreten, die die Leistungsfähigkeit am Tage beeinflussen. Dies ist im besonderen der Fall, wenn die Lärmbelästigungen akut und chronisch sind. Abschätzungen des Umweltbundesamtes kamen zu dem Schluss, dass ca. 2% der Herzinfarkte verkehrsbedingt sind. Umgerechnet entspricht dies etwa 2.000 Todesfällen.

Bei Fahrzeugen hat neben dem Motorengeräusch auch das Rollgeräusch einen entscheidenden Einfluss auf die Lärmemissionen. Letzteres ist bestimmt durch den Einfluss der Reifen und die Beschaffenheit der Fahrbahn.

Bei der derzeitigen Gesetzeslage findet der sog. Mittelungspegel Anwendung. Dieser berücksichtigt u.a. die durchschnittliche Verkehrsstärke, den prozentualen Anteil an LKW-Verkehr, die jeweilige Durchschnittsgeschwindigkeit sowie den Fahrbahnbelag. Zusätzlich kann an bestimmten Situationen, z.B. Kreuzungen mit auftretender Fahrzeugbeschleunigung, ein Zuschlag addiert werden. Bei Schienenverkehr wird unterstellt, dass dieser von Anwohnern als weniger störend empfunden, so dass 5 dB vom Mittelungspegel abgezogen werden können. Der daraus errechnete Wert ergibt den Beurteilungspegel. Für diesen bestehen gesetzliche Grenzwerte, die nach Lärmquellen und Wirkungsgebiet unterteilt werden, wie in der folgenden Tabelle dargestellt.

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Beim Bau neuer Verkehrsstraßen wird anhand Berechnungen entschieden, welche Schallschutzmaßnahmen nötig sind. Ein Kritikpunkt an diesen Berechnungen ist die Tatsache, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu Grunde gelegt wird, diese in der Realität aber mangels Kontrollen oft überschritten wird.

Zwar wurden die Grenzwerte in der Vergangenheit gesenkt, die Gesamtbelastung stieg jedoch aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens und des höheren Anteils an LKW gestiegen.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen fordert, die Grenzwerte in europäischen Richtlinien für Antrieb und Reifen zeitlich abzustufen, um sie an den derzeitigen Stand der Technik anzupassen und in Zukunft weitere Entwicklungen zu fördern. Lärmarme Fahrbahnbeläge sind zu entwickeln und anzuwenden. Grundsätzlich sollte die getrennte Betrachtung von verschiedenen Lärmquellen zugunsten einer Gesamtlärmbelastung verändert werden. Für den Außenpegel sind bei Tag 55 dB als Vorsorgezielwert zu erreichen. Bei Nacht sollte dieser Wert langfristig bei 45 dB liegen.

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