Flächenverbrauch

Der Begriff Flächeninanspruchnahme bezeichnet die Veränderung des Nutzens von Flächen von bisher unbebauten bzw. landwirtschaftlich genutzten Flächen hin zu einer Nutzung als Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV). Umgangssprachlich wird hierfür oft der Begriff Flächenverbrauch verwendet.

SuV steht als Überbegriff für verschiedene Nutzungsarten von Flächen, die hauptsächlich mit baulichen Anlagen, wie Gebäude und Straßen verbunden sind, aber auch mit Erholungsflächen und Friedhöfen.

Im Durchschnitt der Jahre 1992 bis 2005 betrug der tägliche Anstieg der SuV deutschlandweit ungefähr 125 Hektar (ha). Ca. 80% hiervon betreffen Siedlungsflächen und 20% Verkehrsflächen. Das Umweltbundesamt ermittelte 2003, dass damals ca. 5% der Fläche Deutschlands als Verkehrsfläche genutzte wurden. Die jährliche Wachstumsrate wurde mit 0,5% angegeben. Ungefähr die Hälfte der SuV ist versiegelt.

Berücksichtigt man neben dem direkten Flächenbedarf für die Fahrbahnfläche auch den Flächenbedarf für die Randflächen der Straßen sowie den indirekten Flächenbedarf der durch Schadstoffe belasteten Randbereich einiger Straßen, könnte sich die Gesamtzahl der Verkehrsfläche um ein Vielfaches erhöhen.

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Die Flächeinanspruchnahme führt zu zahlreichen Folgen.

Unmittelbare Konsequenz ist eine Störung der Verbreitungsgebiete von Flora und Fauna. Dies reicht von einer Behinderung der Wanderwege, über eine Isolierung bestimmter Arten bis hin zur langfristigen Folge eines Aussterbens.Zusätzlich wird die natürliche Funktion des Ökosystems als Filter und Puffer für bestimmte Schadstoffe reduziert bzw. zerstört und die natürlichen Nährstoffkreisläufe behindert.

Da in den obersten Bodenschichten das Grundwasser verläuft, hat eine Flächeninanspruchnahme auch Einfluss auf die Trinkwasserversorgung und das Hochwasser.

Durch die Zerschneidung und Verlärmung von Lebens- und Erholungsräumen sowie die Einschränkung von Naturbegegnungs-, Wander- bzw. Ausflugsmöglichkeiten sind auch Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit vorhanden.

Eine Zersiedelung der Landschaft führt auch zu mehr Verkehrsaufkommen, da nun weitere Wege zurückgelegt werden müssen. Dies erhöhte den Ressourcenverbrauch und die CO2-Emissionen.

Die Siedlungsstruktur und das Verkehrsaufkommen stehen hierbei in einem engen Zusammenhang. Dies zeigt sich am Beispiel von Umgehungsstraßen, deren ursprünglicher Baugrund die Entlastung von Durchgangsverkehr war. Im Laufe der Zeit siedeln sich entlang der neuen Straße Handel und Gewerbe an, die zusätzlichen Verkehr erzeugen. Einen verkehrserzeugenden Effekt kann aber auch z.B. die Schließung von Orteilbibliotheken haben.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt bis 2020 den täglichen Flächenverbrauch auf 30ha zu beschränken.

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