Erdölvorräte

Die Erdölentstehung hat in den verschiedenen Regionen der Welt zu unterschiedlichen Erdölvorräten geführt. Der Begriff Erdölvorräte wird hierbei noch in Erdölreserven und Erdölressourcen unterteilt, wie in der folgenden Tabelle dargestellt.

Reserven Ressourcen
nachgewiesen und derzeit sowohl technisch als auch wirtschaftlich gewinnbar nachgewiesen, aber derzeit technisch bzw. wirtschaftlich nicht förderbar nicht nachgewiesen, aber geologisch möglich

Eine Angabenveränderung bzgl. der Reserven beruht zumeist auf einer Verschiebung von der Einteilung als Ressource hin zur Einteilung als Reserve. So können Teile der riesigen Erdölvorräte Kanadas in Form von Erdölsanden ab einem Ölpreis von ca. 70 Dollar pro Fass wirtschaftlich gewonnen werden und gelten von da an nicht mehr als Ressource, sondern als Reserve. Die Gesamtmenge der Erdölvorräte hat sich hierbei nicht verändert.

Die Länder bzw. Regionen, in denen sich die meisten Vorräte befinden, sind nicht identisch mit denjenigen, in denen das meiste Erdöl verbraucht wird, wie die folgende Tabelle zeigt. Die Zahlenwerte in Mega-Tonnen beziehen sich auf das Jahr 2005. 

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Ölverbrauch Ölförderung kumulierte Ölförderung bis 2005 Reserven Ressourcen
Afrika 135,5 467,8 12.377,8 15.090,0 9.878,0
Asiatisch-Pazifischer Raum 1.121,1 381,9 11.081,5 6.412,0 6.395,0
Europa 764,4 268,9 8.048,1 2.648,0 3.625,0
Frühere Sowietunion 183,8 574,7 21.792,0 15.975,0 21.080,0
Naher Osten 274,5 1.215,2 38.786,2 100.427,0 20.510,0
Nordamerika 1.142,9 642,5 37.754,7 6.841,0 12.900,0
Zentral- und Südamerika 230,0 349,6 13.218,6 14.209,0 7.168,0
Welt gesamt 3.852,3 3.900,6 143.085,9 161.602,0 81.556,0

Bei der konkreten Zahlenangabe der vorhanden Ressourcen herrscht in der Fachwelt große Uneinigkeit. Je nach Einbeziehung der nicht-konventionellen Erdölressourcen (Ölsanden, Ölschiefer) werden auch Ressourcenangaben getroffen, welche die hier vorliegenden um das bis zu 10-fache übersteigen.

Nimmt man den oben dargestellten weltweiten Erdölverbrauch und vergleicht ihn mit den vorhandenen Reserven, ergibt sich eine statische Reichweite von 42 Jahren. Nimmt man die Ressourcen noch hinzu, erhöht sich die Zahl noch einmal um 21 Jahre.

Der Begriff der statistischen Reichweite berücksichtigt jedoch nicht die zu erwartenden Anstiege des Erdölverbrauchs, vor allem in Ländern wie China und Indien. Betrachtet man diese sog. dynamische Reichweite, könnten die Erdölvorräte viel früher zu Neige gehen.

Wirtschaftlich entscheidender ist jedoch der Zeitpunkt, ab dem die jährliche Förderung nicht mehr den Verbrauch decken kann. Ab diesem Zeitpunkt ist mit massiven Preissteigerungen zu rechnen. Die Meinungen, wann dieses Produktionsmaximum erreicht ist, gehen weit auseinander. Einige Experten sehen diesen Zeitpunkt als bereits erreicht an, optimistischere Experten sehen dies erst für nach 2020. 

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