Grundlagen der Erdölgewinnung

Wie Erdöl genau entstand, ist bis heute nicht erschöpfend geklärt. Die vorherrschende Meinung geht dahin, dass Erdöl sich im Laufe von mehreren Millionen Jahren aus abgestorbener Biomasse gebildet hat. Unter Luftabschluss und hohem Druck kam es zu Ablagerungen in den Gesteinsschichten der Erde. Je nach Art der Gesteinsschicht sowie Menge und Konsistenz des eingelagerten Erdöls ist eine Lagerstätte für die Rohölgewinnung unterschiedlich geeignet.

Die Suche nach geeigneten Erdölvorkommen ist sehr kostenintensiv. In der Regel wird eine seismologische 3D-Untersuchung vorgenommen: kleine Sprengungen oder Erschütterungen erzeugen künstliche Schallwellen, die von den diversen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert werden. Anhand dieser Reflektion lassen sich Zonen ausmachen, in denen sich aller Wahrscheinlichkeit nach eine Erdöllagerstätte befindet.

Endgültige Klarheit kann jedoch nur durch eine Probebohrung gewonnen werden. Diese birgt ein hohes wirtschaftliches Risiko für den Fall, dass die Bohrung zu keinem Fund führt. Für eine Tiefenbohrung von 5.000 Metern entstehen Kosten von 7-12 Mio. Euro, die bis zu 80% der Gesamtkosten für die Erschließung ausmachen können.

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Der Aufwand für die Ölförderung ist abhängig von den jeweiligen Bedingungen und dem Druck in der Lagerstätte. In günstigen Fällen kann bis zu 50% des Erdöls ohne technische Hilfsmittel gefördert werden, da es selbstständig aufsteigt. Sinkt der Druck, muss mit drucksteigernden Maßnahmen, wie etwa Gas- oder Wasserinjektionen und Pumpen nachgeholfen werden. Technisch gesehen kann jedoch nie wesentlich mehr als 50 % des gelagerten Erdöls gefördert werden, oft ist es sogar deutlich weniger.

Ein Teil des im Laufe der Erdgeschichte gebildeten Erdöls ist an die Erdoberfläche aufgestiegen, wo die leichten Bestandteile des Erdöls verdunstet sind. Übrig blieben sog. Ölsand- und Ölschieferlagerstätten, aus denen heraus die Ölförderung technisch und wirtschaftlich relativ aufwändig ist. Da die Lagerstätten nicht gleichartig sind, ist die Erdölqualität uneinheitlich, was die weitere Bearbeitung und den Verwendungszweck des Erdöls beeinflusst.

Rohes Erdöl ist ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen. In der Raffinerie werden diese Bestandteile durch Destillation getrennt. Nach weiteren Bearbeitungsschritten sind verschiedene Produkte für unterschiedliche Verwendungszwecke verfügbar. Die folgende Abbildung illustriert, welche Produkte aus einer Tonne Rohöl in einer Raffinerie prozentual gewonnen werden.

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Die Abbildung zeigt, dass rund 40% der Erzeugnisse für den Automobilverkehr genutzt werden. Erdöl dient aber auch als industrieller Rohstoff, um u.a. Arzneimittel, Nahrungsmittel und Dünger herzustellen.

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